Heilbronn

The second symposium of the GEWINN project took place on 16th May 2018 in Heilbronn.

Its topic was "Organizational cultures in IT"

Short description (only available in German)

Die Digitalisierung transformiert derzeit auch die Organisationskulturen in der IT. Aber warum verlassen so viele Frauen die IT nach wenigen Jahren wieder? Und wie kann eine Organisationskultur in der IT aussehen, die Diversität zelebriert und wirklich allen die gleiche Chance für Engagement und Erfolg bietet? Der GEWINN-Fachtag ist für Führungskräfte in der IT, junge Fachkräfte aus IT-Unternehmen und -Abteilungen und alle, die an einer innovativen und inklusiven IT-Kultur interessiert sind. Mit inspirierenden Vorträgen und Workshops bietet er die Möglichkeit zum Austausch mit namhaften Personen aus Wissenschaft und Forschung.

Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Tisch und schauen gemeinsam auf den Bildschirm eines Laptops

Dokumentation

Sie finden hier die Präsentationen der Vorträge und Workshops des zweiten Fachtags des Projekts GEWINN zum Thema "Organisationskulturen in der IT" am 16. Mai 2018 in Heilbronn derjenigen Referentinnen und Referenten, die einer Veröffentlichung zugestimmt haben. Zudem steht Ihnen in der Dokumentation auch eine große Auswahl an Fotos des Fachtags zur Ansicht zur Verfügung

Zur Dokumentation >>

Short description

In Organisationen wirkt ein grundlegendes Wertegefüge von Annahmen und Überzeugungen, das Mitgliedern der jeweiligen Organisation eher nicht bewusst ist. In einer darüber liegenden Schicht finden sich Richtlinien und Standards von Organisationen, die nach außen kommuniziert werden, und mit denen sich die Mitglieder identifizieren. Schließlich finden sich Verhaltensmuster, Rituale und ein gemeinsamer Sprachgebrauch von Mitgliedern in Organisationen, die deutlich erkennbar und beobachtbar sind. Auch aus der Betrachtung von Leitlinien und Zielkatalogen im Hinblick auf die in Unternehmen gelebte Praxis und den eventuellen Diskrepanzen haben wir praktische Lösungen erarbeitet, mit welchen Maßnahmen sich die Organisationskultur optimieren lässt.

Wir sind im Rahmen des Fachtags der Frage nachegangen, inwieweit die Kategorie Geschlecht hier eine Rolle spielt und wie problematische Vergeschlechtlichungen sichtbar gemacht werden können.

Mit dabei waren:

  • Karen Holtzblatt von InContext Enterprises Inc.
  • Christine Regitz von SAP SE
  • Bianca Prietl von der TU Darmstadt
  • Nicola Marsden und Kristian Gäckle von der Hochschule Heilbronn
  • Michael Ahmadi und Anne Weibert von der Universität Siegen
  • u. v. m.

Themen waren:

  • Beyond the pipeline: Retaining women in IT
  • Die nächste Dimension der Zusammenarbeit: Virtuelle Realität und Gender
  • Aktionsforschung: Fallbeispiele aus Unternehmen
  • Möglichkeiten zur Vernetzung von Frauen in der IT
  • u. v. m.

Programm

Aula Raum: Margaret Hamilton V.021 Raum: Grace Hopper V.022
09:30 Prof. Dr. Nicola Marsden
(Hochschule Heilbronn)
Begrüßung
9:45 Dr. Bianca Prietl
(Technische Universität Darmstadt)
Softwareentwicklung = Programmierung + Kommunikation - Soziales? Ambivalente Berufs- und Geschlechtervorstellungen junger Softwareentwickler/innen
10:45 - 11:15 Kaffeepause
11:15 Workshopsession I Prof. Dr. Karen Holtzblatt
(InContext Enterprises & WITops)
Interventions for Women in Tech
Sabine Brand
(Bechtle AG)
Women@Bechtle: Finden statt suchen
12:15/12:45 Mittagspause 12:45 - 13:30 Mittagspause 12:15 - 13:30 Mittagspause
13:30 Workshopsessions II Prof. Dr. Nicola Marsden, Prof. Dr. Tim Reichert, Kristian Gäckle
(Hochschule Heilbronn)
Die nächste Dimension der Zusammenarbeit: Virtuelle Realität und Gender
Carina Thewald
Bosch Engineering GmbH
Vernetzungsmöglichkeiten von Frauen in der IT
14:30 - 15:00 Kaffeepause Kaffeepause Kaffeepause
15:00 Workshopsession III Michael Ahmadi, Anne Weibert
(Universität Siegen)
Modellprojekt Reallabor: Wie Unternehmen praktisch von Geschlechterforschung profitieren
Christine Regitz
(SAP SE)
Design Thinking: Auswirkung innovativer Methoden auf Genderfaktoren in der Organisation
16:15 Prof. Dr. Nicola Marsden
Hochschule Heilbronn
Abschluss und Veranstaltungsende
16:30 Veranstaltungsende

Verbundleiterin Prof. Dr. Nicola Marsden, Hochschule Heilbronn, leitet Sie durch den Tag. 

Keynote

Portrait Bianca Prietl

Softwareentwicklung = Programmierung + Kommunikation - Soziales? Ambivalente Berufs- und Geschlechtervorstellungen junger Softwareentwickler/innen

Dr. Bianca Prietl, TU Darmstadt
Zeit: 9:45 Uhr
Raum: Aula

Der Vortrag befasst sich im Rahmen der Untersuchung von technikwissenschaftlichen Fachkulturen mit dem beruflichen Selbstverständnis von Softwareentwickler/innen. Auf Basis qualitativer Interviews mit Berufsanfänger/innen sondiert er, wie hierbei fachlich-berufliche Orientierungen mit sozialen Geschlechtervorstellungen verbunden sind. Dabei folgt er der These, dass vergeschlechtlichte Berufsvorstellungen als symbolischer Mechanismus der Geschlechterselektivität in diesem Berufsfeld fungieren. Wie die Datenanalyse zeigt, stehen Rekurse auf den Dualismus von ‚Technik‘ und ‚Sozialem‘ nicht nur im Zentrum fachlich-beruflicher Grenzziehungen, sondern auch von Geschlechterdifferenzierungen. Diese Bezugnahmen auf den Technik-Soziales-Dualismus fallen jedoch mitunter widersprüchlich aus und verweisen so auf Ambivalenzen im beruflichen Selbstverständnis von Softwareentwickler/innen und dessen symbolischer Vergeschlechtlichung, die Spielräume für geschlechterkritische Reflexionen des Berufsbildes eröffnen.

Workshopsessions

Portrait Karen Holtzblatt

Interventions for Women in Tech

Karen Holtzblatt, InContext Enterprises & WITops
Zeit: 11:15 Uhr
Raum: Raum Margaret Hamilton V.021

In this workshop, Karen will cover the latest from her Women in High Tech Retention (WIT) Project: She will introduce the key retention factors, and then share some of the interventions, along with some exercises you can try out. The workshop will be held in English.

Portrait Sabine Brand

Women@Bechtle: Finden statt suchen

Sabine Brand, Bechtle AG
Zeit: 11:15 Uhr
Raum: Grace Hopper V.022

Diversität gewinnt für Unternehmen nicht zuletzt durch die Nachhaltigkeitsberichterstattung mehr und mehr an Bedeutung. Wenn der Frauenanteil insgesamt bei 26 Prozent und unter den Führungskräften bei 5 Prozent liegt, besteht Handlungsbedarf. Nicht etwa, um „nur“ eine Quote zu erfüllen oder ein selbst gesetztes Ziel zu erreichen, sondern aus der Gewissheit heraus, dass mehr Diversität wichtig für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens ist. Bleibt die Frage: Wie schafft ein dynamisch wachsendes IT-Unternehmen, sich als attraktiven Arbeitgeber für Frauen zu positionieren? Erste Ideen stehen am Anfang des Workshops. Sein Ziel ist, eine Vielzahl an potenziellen Maßnahmen zu erarbeiten.

Portrait Tim Reichert

Die nächste Dimension der Zusammenarbeit: Virtuelle Realität und Gender

Prof. Dr. Nicola Marsden, Prof. Dr. Tim Reichert, Kristian Gäckle: Hochschule Heilbronn
Zeit: 13:00 Uhr
Raum: Margaret Hamilton V.021

Verteilte Zusammenarbeit per E-Mail, Telefonkonferenzen oder Online-Plattformen gehört heute zum Alltag in vielen Unternehmen. Mit der anstehenden Verbreitung von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) wird sich Teamarbeit und Miteinander künftig weiter verändern. In diesem Workshop diskutieren wir, welche Chancen und Herausforderungen "Social VR" aus Genderperspektive bietet und was beim Einsatz von VR in Organisationen zu beachten ist. Während des gesamten Fachtages haben wir eine VR-Umgebung aufgebaut und die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, selbst Erfahrung mit einem Head-Mounted-Display und VR zu machen.

Portrait Carina Thewald

Vernetzungsmöglichkeiten von Frauen in der IT

Carina Thewald, Bosch Engineering GmbH
Zeit: 13:30 Uhr
Raum: Grace Hopper V.022

Die Unterrepräsentation von Frauen in IT- und Technologie-Unternehmen findet sich auch in IT-Netzwerken bzw. -Vereinen wieder. Dies macht solche Netzwerke für Frauen nicht unbedingt einladend und Gender-Diversity-Themen sind schwer adressierbar. Doch liegt nicht insbesondere in einem übergreifenden und ganzheitlichen Ansatz, der über Frauennetzwerke in Unternehmen hinaus geht, eine große Chance, Frauen in diesem Bereich zu stärken und so einen Wandel positiv zu beeinflussen? Wie kann dies konkret gestaltet werden? Dieser Frage soll in diesem Workshop nachgegangen werden. Neben einem Erfahrungsaustausch wollen wir gemeinsam erarbeiten, wie inklusivere Formate aussehen können und wie die Vernetzung von Frauen in der IT außerhalb von Unternehmen gestaltet werden kann. Der Workshop ist für alle, die die Vernetzung von Frauen in der IT unterstützen - und für IT-Frauen im Großraum Heilbronn, die sich vernetzen möchten.

Portrait Michael Ahmadi

Modellprojekt Reallabor: Wie Unternehmen praktisch von Geschlechterforschung profitieren

Michael Ahmadi & Anne Weibert, Universität Siegen
Zeit: 15:00 Uhr
Raum: Margaret Hamilton V.021

Reallabore eröffnen einen praktischen Dialog über Geschlechterfragen in einem partizipativen und anwendungsorientierten Ansatz: im Modellprojekt arbeiten Forscher*innen und Praktiker*innen an tragfähigen Lösungen für im Arbeitsalltag verankerte Fragestellungen. Mit unserem Workshop bringen wir das Reallabor zu Ihnen auf den Fachtag. Themen aus den Unternehmen aufgreifend laden wir Sie dazu ein, mit uns exemplarisch eine Firma zu gestalten. Wie muss diese organisiert sein, um Diversität wirklich im Arbeitsalltag zu leben, allen Talenten gleichermaßen Chancen auf Entfaltung und (Weiter-)Entwicklung zu bieten und für (junge) Fachkräfte ansprechend aufgestellt zu sein? Gemeinsam werden wir über Gestaltungsmöglichkeiten diskutieren und erarbeitete Vorschläge dokumentieren.

Design Thinking: Auswirkung innovativer Methoden auf Genderfaktoren in der Organisation

Christine Regitz, SAP SE
Zeit: 15:00 Uhr
Raum: Grace Hopper V.022

Innovation ist in aller Munde und neue kreative Methode zur Innovationsentwicklung wie Design Thinking sollen helfen, dass gute Ideen kein Zufall sind. Design Thinking bedeutet: interdisziplinäre Teams verbunden mit Visualisierung und Iteration. Inwieweit wirken sich solche innovativen Methoden auf geschlechterspezifische Faktoren der Organisationsebene und -kultur aus? Wie verhalten sich verschiedenen Geschlechter bei innovativen Workshops und welchen Vorteil haben diese dadurch? Hat die Zusammensetzung der Teams Auswirkungen auf die Ergebnisse von solcher Design Thinking Workshops? Trägt Design Thinking direkt zu einem verbesserten Organisationsklima bei? Und wie könnten speziell Design Thinking Workshops mit Geschlechterfokus umgesetzt werden?